"Cargo Human Care News" im November 2008
Liebe Mitglieder und Freunde von Cargo Human Care,
in der heutigen Ausgabe unseres Newsletters wollen wir Sie über die finalen Bauarbeiten am Mothers` Mercy Home (MMH) informieren, welches wir wie geplant am 29. November eröffnen werden. Zudem berichten
wir, wie in der letzten Ausgabe angekündigt, über das Straßenkinderprojekt NIMA in Ghana, welches
wir nun unterstützen. Last but not least wird sich Dr. Michaela Fuchs, eine unserer Ärztinnen, bei uns
vorstellen.
Ganz aktuell erreicht uns die Nachricht aus Nairobi, dass Kenias drastisch gestiegene Lebensmittelpreise, in vielen Fällen fast um 100%, im Mothers` Mercy Home (MMH) zu echten Problemen führen. Um einige Beispiele zu nennen. 1kg Zucker kosten umgerechnet fast 60 Cent ähnlich verhält es sich mit Reis. 1kg Reis kosten umgerechnet 80 Cent. Der Preis für Mais ist ebenfalls in die Höhe geschossen, auf umgerechnet 33 Cent. Für Keniatische Verhältnisse sind diese Preise nicht zu bezahlen. Auf Grund dessen haben wir spontan unsere Hilfe zugesagt und werden uns an den höheren Kosten beteiligen.
Fortschritt der Bauarbeiten am Mothers` Mercy Home (MMH)
Es kommt Farbe ins Spiel. Die Bauarbeiten an den 30 Zimmern für insgesamt 120 Kinder sind soweit
abgeschlossen Die Zimmer werden später Platz für jeweils 60 Mädchen und Jungen bieten und
erhalten derzeit ihren Anstrich. Sobald die Farbe getrocknet ist, kann mit der Inneneinrichtung
begonnen werden. Die zur Zeit vorhandenen Bettgestelle der Kinder werden neu lackiert und erhalten
neue Matratzen.
Nicht nur im sondern auch außerhalb des Hauses wird fleißig gearbeitet. Ein Mitglied der
anglikanischen Kirche kümmert sich derzeit um die Begrünung des Außenbereiches des Mothers` Mercy Home (MMH). Wir haben uns zudem dazu entschieden, das Gelände des Mothers` Mercy Home (MMH) nicht zuletzt
auch wegen dem entstehenden Medical Centre, zu umzäunen. Für zusätzliche Sicherheit der Kinder
sowie der Geräte und Medikamente wird eine Sicherheitsfirma durch permanente Präsenz sorgen
Nima e.V.
Nima e.V. ist ein junger, gemeinnütziger Verein, der 2006 aus einer privaten Initiative gegründet wurde.
Ziel von Nima e.V. ist es „mit kleinen Dingen Großes zu bewirken“. Im Fokus stehen dabei bedürftige
Menschen in Ghana insbesondere Kinder, die vorwiegend aus dem stark unterentwickelten Stadtteil
Nima der Hauptstadt Accra stammen. Nima e.V plant die Errichtung eines Waisen- und Straßenkinderhauses ca. 30 km von der Hauptstadt Accra entfernt. Cargo Human Care hat
beschlossen, sich bei den Baukosten des Heims, zu beteiligen. Ein großer Teil der Kinder, die künftig in
dem neuen Kinderhaus leben werden, haben Ihre Heimat derzeit in den Strassen von Nima. Durch das
Projekt bekommen sie die Chance sich aus Ihrem ursprünglichen Milieu lösen. Auf www.nima-eV.de
erhalten Sie weitere Informationen zu dem Projekt und seinen Hintergründen.
Interview des Monats
Dr. Michaela Fuchs unterstützt als HNO Ärztin seit 2007 das Projekt
Cargo Human Care. Zur Zeit kümmert Sie sich mit großem Engagement
um die Einrichtung des Medical Centres.
Frau Dr. Fuchs, was macht für Sie den Reiz aus sich für
Cargo Human Care zu engagieren?
Toll finde ich, dass jede Spende ausnahmslos und in vollem Umfang
Kindern und Menschen zugute kommt, die medizinische Hilfe
benötigen. Cargo Human Care wird nur von ehrenamtlichen Helfern betrieben und erzeugt so keine
Verwaltungskosten. Das Engagement der Piloten und von Lufthansa Cargo als Organisation finde ich
außergewöhnlich und bewundernswert und die Zusammenarbeit mit uns Ärzten funktioniert
hervorragend.
Als niedergelassene HNO-Ärztin kommen mir die Kurzeinsätze bei Cargo Human Care natürlich sehr
entgegen, längere Einsätze wären für mich aus organisatorischen Gründen nicht tragbar.
Tauchen Sie in Kenia in eine völlig andere Welt von Krankheitsbildern ein?
Das dachte ich eigentlich - vor meinem ersten Einsatz. Aber erstaunlicherweise ist das Spektrum der
HNO-Erkrankungen ganz ähnlich wie in meiner täglichen Praxis in Deutschland. Was mich sehr
erstaunt hat, ist die Häufigkeit von allergischen Erkrankungen in Kenia.
Welche neuen Möglichkeiten wird das Cargo Human Care Medical Centre ab Februar 2009 bieten?
Das neue Medical Centre bietet uns natürlich mehr Platz und eine bessere Ausstattung, die wir selbst
zusammenstellen können, vergleichbar mit der einer normalen Praxis in Deutschland.
Erstmals haben wir auch die Möglichkeit allgemeinmedizinisch tätig zu werden und durch einen Vertrag
mit dem nahe liegenden Nazareth Hospital, unsere Patienten direkt zur stationären Behandlung
einzuweisen. Außerdem ist dem Medical Centre eine kleine Apotheke angegliedert, deren Spektrum an
Medikamenten nach den Bedürfnissen der Ärzte erweitert werden kann.
Da im ganzen Umkreis kein Arzt zu finden ist, werden wir dort alle Hände voll zu tun haben, ich freu
mich darauf.
Was war Ihr schönstes Erlebnis bei Cargo Human Care?
Mein schönstes Erlebnis ist die Freundlichkeit und große Dankbarkeit der Menschen, die mir bei jedem
Einsatz entgegen gebracht wird. Das ist genau das was mir, als Ärztin (und das wirklich aus
Leidenschaft), in Deutschland oft fehlt.
