Cargo Human Care

"Cargo Human Care News" im September 2008

Liebe Mitglieder und Freunde von Cargo Human Care,

mit der heutigen Ausgabe unseres CHC-Newsletters möchten wir nicht nur über die aktuellen Entwicklungen unseres Projekts in Nairobi berichten, sondern Ihnen auch einen neuen „Mitarbeiter“ von Cargo Human Care vorstellen

Mit der quasi explosionsartigen Entwicklung von CHC in den letzten 12 Monaten haben sich natürlich auch die anfallenden Aufgaben für alle Aktiven vervielfacht. Und ich bin froh und stolz, heute sagen zu können, dass es uns mit der massiven Unterstützung engagierter Menschen in Deutschland und Afrika gelungen ist, sehr viel auf den Weg zu bringen. Möglich geworden ist diese Entwicklung durch das Medieninteresse der FAZ und der DVZ und die damit verbundene finanzielle Unterstützung. Hauptsächlich hat uns in den letzten Monaten unser Neubau beschäftigt: Erst im April haben wir den Grundstein für das neue Mothers’ Mercy Home Waisenheim und CHC Medical Centres gelegt. Und bereits am 29.November werden wir die Kinder in ihr neues Zuhause einziehen. Das wird selbstverständlich mit vielen Gästen gefeiert. Unser Medical Centre wird dann drei Monate später, am 28.Februar 2009 eröffnet. Zwei wirklich große Tage für Cargo Human Care. Dazu gleich noch mehr Details.

Im Zusammenhang mit dem Neubau noch eine wirklich sehr positive Nachricht. Bischof Timothy Ranji von der Anglikanischen Kirche nimmt unseren Vertrag, in dem wir festgelegt haben, dass die Diocese Mt. Kenya South 25% der Kosten für den Neubau übernimmt (und CHC die anderen 75%) sehr ernst. Mit einem Mount Kilimanjaro-Climb zum Eintreiben von Spendengeldern (v.a. im eigenen Land) hat er bewiesen, dass ihm diese Beteiligung wirklich am Herzen liegt. Der Bischof bestieg den höchsten Berg Afrikas Anfang September mit einer 7-köpfigen Gruppe, unter ihnen 5 Kenianer, ein Amerikaner und ein Deutscher (ich) und ist mehr als wild entschlossen, seinen Beitrag zu leisten. Der kurze Bericht „Mission completed“ am Ende dieses Newsletter. Ausführlich wird die DVZ berichten, die mich bei dieser Aktion mit Spendenaufrufen in Deutschland unterstützt hat.

Vorstellen möchte ich Ihnen heute Michael Noven. Seit dem 1.September engagiert Michael sich für Cargo Human Care im Rahmen seines „Freiwilligen Sozialen Jahres“ und stellt uns seine Arbeitskraft und Ideen 12 Monate zur Verfügung. Für den Vereinsvorstand stellt Michael nicht nur eine enorme Entlastung dar, sondern wir freuen uns vor allem über die neuen Impulse und seine Kreativität. Ein Teil der Arbeit von Michael wird dieser Newsletter sein, den er mit Leben erfüllen will und den wir ab sofort häufiger herausgeben. Wir werden über aktuellen Entwicklungen berichten und Ihnen regelmäßig Menschen aus dem Projekt vorstellen: Ärzte, Piloten, Mitarbeiter der Cargo und unsere Partner in Nairobi vom Mother Mercy Home, vom SOS Medical Centre und der anglikanischen Kirche. Heute stellt Michael Noven sich aber erst einmal persönlich bei Ihnen vor und ich bitte Sie hiermit, ihn mit Ihren Fragen und Anregungen direkt anzusprechen: entweder per Email an info(at)cargohumancare.de oder telefonisch unter 0160 90 85 43 53.

An dieser Stelle noch ein Hinweis auf unsere inzwischen wirklich toll gestaltetet Homepage www.cargohumancare.de.
Karin Thormählen aus der Lufthansa Cargo Verkehrszentrale hat die Seite mit viel Kreativität und Liebe in ihrer Freizeit gestaltet und überrascht mich immer wieder aufs Neue mit wunderbaren Veränderungen und sofortiger Umsetzung unserer Wünsche. Sie finden unter anderem viele Fotos und Berichte von Ärzten hier. Auf eine Neuerung möchte ich ganz besonders hinweisen: der 2007 entstandenen CHC-Image-Film kann jetzt direkt online angesehen werden. Ganz ganz herzlichen Dank an Frau Thormählen für diese tolle Arbeit.

Eine Erweiterung unsere Aktivitäten in Afrika möchte ich ebenfalls kurz vermelden. Wir haben uns entschlossen, ein Straßenkinder-Projekt in Ghana finanziell zu unterstützen. Wir können damit eine unserer beiden Zielgruppen hervorragend unterstützen: Kinder in Afrika. Ob die zweite Gruppe, die Menschen, die sich den Arzt nicht leisten können, irgendwann auch von CHC betreut werden kann? Darüber denken wir nach aber es gibt derzeit aber noch keine Entscheidung. Das Projekt nennt sich NIMA und wird Ihnen im nächsten Newsletter von Corinna Roehricht vorgestellt, die die Verbindung hergestellt hat und aktiv begleitet. Und nun zu Michael Noven. Er wird Ihnen gleich noch einige aktuelle Informationen geben. Zuerst aber
einige Fragen an Ihn.

Michael, willst Du Dich unseren Mitgliedern und Freunden kurz vorstellen?

Michael NovenFür alle die mich noch nicht kennen, ich bin 19 Jahre alt und habe dieses Jahr mein Abitur absolviert. Seit je her wohne ich in Wiesbaden. Wenn man mich gerade nicht hier im Büro findet, muss man eigentlich nur einen Blick auf den Hockey- oder Tennisplatz werfen. In den Wintermonaten könnten Sie mich jedoch auch das ein oder andere Mal auf der Skihütte treffen. Da ich recht kommunikativ und fröhlich bin und mich über jeden Anruf freue, beantworte ich weitere Fragen zu meiner Person auch gerne persönlich =)

 

Wie kamst Du auf die Idee, dein FSJ bei Cargo Human Care abzuleisten?
Direkt nach meinem Abitur bin ich für fünf Monate in die Unternehmens-Kommunikation der Lufthansa Cargo gegangen. In diesem Rahmen bin ich auf Cargo Human Care aufmerksam geworden. Da ich meinen Zivildienst noch vor mir hatte, kam mir die Idee, ob es nicht vielleicht möglich ist, diesen bei Cargo Human Care abzuleisten. Ich stieß mit meinem Vorschlag direkt auf offene Ohren und dank dem tollen Einsatz vor allem von Sieglinde Reinhard und Fokko Doyen, haben wir es in Rekordzeit geschafft, einen anerkannten FSJ Platz zu bekommen. Dieses Freiwillige Soziale Jahr ersetzt somit meinen Zivildienst. Das FSJ dauert zwar 2 Monate länger als der Zivildienst, aber ich bin überzeugt, dass ich wohl die interessanteste und eine sehr sinnvolle FSJ- Stelle habe. Zudem treffe ich hier Tag ein, Tag aus, auf unglaublich nette Menschen.
Wie stellst Du Dir die Arbeit mit und für CHC vor?
Ich bin nun knapp einen Monat hier und jeder Tag hält was anderes bereit. Am Anfang gilt es jetzt vor allem eine ordentliche Struktur in alle laufenden Prozesse zu bringen. Im Gegensatz zu allen anderen engagierten Mitgliedern ist diese Stelle hier mein „Hauptberuf“. Somit bin ich nun die Anlaufstelle für alle Anfragen und Projekte und entlaste und unterstütze so vor allem die Vorstandsmitglieder. Als Beispiel, momentan kümmere ich mich um den Wegfall der Visagebühren für den Aufenthalt unserer Ärzte in Kenia, um einen Messestand der dringend nötig ist, sowie um die Koordination vor allem der uns zugekommenen Sachspenden. Auf jeden Fall ist mehr als genug zu tun. Und das tollste dabei, hier habe ich das Gefühl, dass ich persönlich noch etwas bewegen kann. Dies liegt zum einen daran, dass der Verein gerade am wachsen, folglich noch nicht so alt und immer offen für neue Ideen ist.
Welche Nachricht willst Du unseren Mitgliedern und Freunden mit auf den Weg geben?
Give a man a fish and you have fed him for today. Teach a man to fish and you have fed him for a lifetime.
Von welchen aktuellen Entwicklungen kannst Du uns heute berichten?

Wir befinden uns im Endspurt! Die Mühen der vergangenen fünf Monate machen sich bezahlt. Mit dem Ziel, die Eröffnung des MMH-Weisenhauses am 29. November fest vor Augen, herrscht auf der Baustelle reges Treiben. 60 Bauarbeiter haben einen einladenden Neubau mit großen hellen
Räumen für die Kinder geschaffen. Das Dach ist zu 98 % gedeckt, der Strom ist nach Beseitigung September 2008 einiger Hürden endlich gelegt. Nun sind die Innenausbauten in vollem Gange. Die Rohrleitungen sind verlegt, die Bäder gefliest, und Türen und Fenster eingesetzt. Die Betten der Kinder werden neu lackiert und mit neuen Matratzen versehen. Zudem wird jedes Kind einen eigenen Schrank für das private Hab und Gut erhalten. Auch die Arbeiten am Cargo Human Care Medical Centre des Mothers` Mercy Home (MMH) schreiten rasant voran. Die zwei Behandlungsräume sowie die Medikamentenausgabe, sind
ebenfalls bereits gefliest und warten auf Ihre Einrichtung. "Ich bin so begeistert von "unserem Bauwerk", dass ich es kaum abwarten kann, dort zu arbeiten“, so Kinderarzt Dr. Matthias Gründler, selbst vergangene Woche im MMH im Einsatz. Fotos zum Baufortschritt sind auf unserer Website
www.cargohumancare.de zu finden.

Aufgrund diverser Auflagen und der damit einhergehenden behördlichen Abnahmen, haben wir den 28. Februar 2009 als Einweihungsdatum für das Cargo Human Care Medical Centre festgelegt. Zurzeit werden Listen für das benötigte medizinische Inventar der einzelnen Fachrichtungen zusammengestellt. Zudem ist eine Kooperation mit dem Nazareth Hospital vorgesehen. Dieses wird die schwer kranken Patienten von uns übernehmen und dauerhaft versorgen. Die Freudeüber die baldige Fertigstellung ist riesig und wir können es kaum erwarten.

Kilimanjaro-Mission completed

Wir hatten eine herrliche Woche am und auf dem Kilimanjaro! Beginnend mit einem Gottesdienst in Kiambu und sehr sehr vielen guten Wünschen verließ die 7-köpfige Gruppe am So / 31.8. Nairobi. Ankunft am Sonntagabend in Moshi/Tansania. Der Aufstieg begann am Montag in 1800m, Übernachtungen in Hütten in 2700m, 3700m (2Nächte) und 4700m. Finaler Aufstieg von 4700m auf 5895m in der Nacht von Do auf Fr. Sehr steil, sehr heftig und seeeehr beeindruckend. Mit 5 Mann haben wir den Uhuru Peak erreicht. „Mit leerem Tank“ zwar – aber mit einem unbeschreiblichen Gefühl im Bauch und nur leichten Symptomen der Höhenkrankheit. Rückfahrt ins MMH am So / 7.9., dort ein großer Empfang mit afrikanischen Trommeln und viel Tamtam! Wieder einmal von Paula organisiert.

Die Gruppe: 5 Kenianer (die sich vorher untereinander auch nicht kannten) + 1 Ami + ich. Ein wirklich tolles Team und für mich erstmals die Gelegenheit, eine ganze Woche intensiv mit sehr engagierten und angenehmen Kenianern zusammen zu sein.

Der Bischof: immer vorne weg! Wir haben ihn alle unterschätzt! Er weiß ganz genau, was er will und wie er an Geld kommt. Er nimmt die 25% sehr sehr ernst und ich habe keinen Zweifel daran, dass er diese auch zusammenkratzt, u.a. hat jeder der 4 anderen Kenianer den Auftrag, in seinem Dunstkreis 1 Mio KSh (gut 10.000 €) aufzutreiben! Außerdem hat er während unserer gemeinsamen Woche unglaubliches Organisationstalent bewiesen, sehr viel Humor und viel Ausdauer: immer vorne weg! Leider musste er wegen akuter Asthma-Beschwerden kurz vor dem Kraterrand umkehren. Das tat uns allen sehr sehr leid, aber er hat es mit Fassung getragen.

Ein unvergessliches Erlebnis auf dem Dach Afrika!

Fokko Doyen

(Druckbare Version als PDF)